Hanau. Über 150 Schülerinnen und Schüler hatten am Schulzentrum Hessen-Homburg eine Woche vor Beginn der Sommerferien ihren großen Tag und konnten ihre Abschlusszeugnisse entgegennehmen. Beim Abschied der Haupt- und Realschule gab es emotionale Rückblicke, viele gute Ratschläge, ein Jubiläum – und eine Premiere.
Zum ersten Mal befand sich am Schulzentrum nämlich eine PUSCH-Klasse unter den Absolventen – eine Klasse also, in der Praxis und Schule miteinander kombiniert werden. Die Schüler waren in den vergangenen beiden Jahren drei Tage pro Woche in der Schule und nahmen an den zwei restlichen Wochentagen an unterschiedlichen Praktika teil, um einen besseren Zugang in die Berufswelt zu bekommen.

Während die erste PUSCH-Klasse bei der Abschlussfeier ihre Premiere gab, feierte eine andere Besonderheit am Schulzentrum bereits zehnjähriges Jubiläum: die zehnte Hauptschulklasse. Die Möglichkeit, am Schulzentrum Hessen-Homburg nach einem sehr guten Hauptschulabschluss innerhalb eines Schuljahres zum Realschulabschluss zu kommen, hat sich mittlerweile fest an der Haupt- und Realschule etabliert und wird längst von Schülern aus ganz Hanau wahrgenommen.
Zusammen mit drei Realschul-, einer Intensiv- und zwei Hauptschulklassen hatten sich die Schüler dieser Klassen in der Sporthalle des Schulzentrums eingefunden, um den „Moment des Neubeginns, des Aufbruchs in eure Zukunft“, wie es Schulleiter Christian Henge formulierte, gebührend zu feiern. Die stolzen Eltern der Absolventen saßen dabei dicht an dicht auf der Tribüne der Sporthalle, die festlich geschmückt war; die Schulband sorgte wie gewohnt für die passende musikalische Untermalung.

Auch jenseits des Schulwissens habe das Schulzentrum den Schülern ermöglicht, „Fähigkeiten und Kompetenzen zu entwickeln, um sich in der Gesellschaft und der Welt zurechtzufinden.“ Ganz zentral sei laut Henge dabei, dass alle Absolventen in der Lage seien, „sich mit anderen Menschen, mit anderen Perspektiven und Meinungen auseinanderzusetzen“ – wobei diese Auseinandersetzungen in der Sache geführt werden müssten, ohne die Persönlichkeit des anderen infrage zu stellen.
Diese persönliche Ebene unterstrich auch Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri: „In der Schulzeit geht es nicht nur um Noten, Likes und Follower, sondern auch um die Menschen um einen herum. Aus Sitznachbarn werden hier über die Jahre Freunde und Weggefährten, weil man offen, tolerant und mit Respekt miteinander umgeht.“

Die Ansprachen der Klassenlehrer und Klassensprecher im Anschluss an diese Grußworte gerieten traditionell sehr emotional: Schüler wie Lehrer blickten auf ereignisreiche Jahre voll unvergesslicher Erinnerungen zurück. Häufig wurde dabei die vertrauensvolle Beziehung zwischen Lehrern und Schülern offensichtlich: „Sie waren nicht nur unsere Klassenlehrerin, sondern manchmal auch unsere Schwester oder Mutter“, brachte es eine Klassensprecherin auf den Punkt.
Diese warmen Worte konnten die Klassenlehrer, denen der Abschied von ihren Schützlingen sichtlich schwer fiel, nur erwidern: „Am wichtigsten ist, dass ihr das Herz am rechten Fleck habt.“ Das soll, wenn es nach den Schülerinnen und Schülern geht, auch so bleiben, wie einer der Klassensprecher seinen Wunsch für die Zukunft formulierte: „Wenn wir uns in zehn oder zwanzig Jahren wiedersehen, hoffe ich nicht, dass wir sagen, dass wir der mit den besten Noten waren. Hoffentlich sagen wir, dass wir der Mensch geworden sind, der wir werden wollten.“
Die Klassenbesten:
H9a: Tsonio Petrov Tsonev mit dem Notendurchschnitt 1,7
H9b: Martins Sprogis mit dem Notendurchschnitt 2,0
PUSCH 9: Furkan Durmus mit dem Notendurchschnitt 1,9
H10a: Sukpreet Singh mit dem Notendurchschnitt 1,6
R10a: Selenay Eflatun mit dem Notendurchschnitt 1,7
R10b: Veronika Tataurova mit dem Notendurchschnitt 1,6
R10c: Ivona Blazevic und Arman Katkevicius mit dem Notendurchschnitt 1,6







